Ein kleiner Riss lässt sich leichter schließen als ein gebrochener Damm.
Prüfe die Arbeit, bevor Schaden entsteht. Das gilt beim Reinigen, Reparieren, Bauen und am Schreibtisch. Achte auf Strom, Maschinen, Absturz, schwere Lasten, Lärm, Hitze, gefährliche Stoffe und Keime. Sieh auch Zeitdruck und Angst. Frage die Menschen, die diese Arbeit kennen. Betrachte den wirklichen Alltag, nicht nur den Plan. Bewerte Gefahren, lege Schutzmaßnahmen fest und schreibe die Ergebnisse auf. Eine veränderte Arbeit braucht einen neuen Blick.
Vorsorge beginnt mit Hinsehen, nicht mit einem Formular.
Das Kleine früh sehen
Wer den Rauch nur wegwedelt, hat das Feuer noch nicht verstanden.
Vermeide Gefahren. Ersetze schädliche Stoffe durch weniger gefährliche. Sichere Maschinen und Wege. Ordne Abläufe so, dass Menschen geschützt sind. Persönliche Schutzmittel ergänzen diese Maßnahmen. Sie ersetzen sie nicht. Lass Geräte fachkundig warten und prüfen. Lass Anlagen vor Reparaturen fachkundig sichern. Denke beim Kaufen, Bauen und Verändern an sichere Nutzung und Pflege. Plane gefährliche Arbeiten besonders sorgfältig.
Ein Termin rechtfertigt keinen fehlenden Schutz. Fordere nicht mehr Härte vom Menschen, wenn sich seine Arbeit sicherer machen lässt.
Das Weiche muss nicht hart werden, um seinen Wert zu behalten.
Menschen sehen, hören, lernen und bewegen sich verschieden. Passe Arbeit, Wege und Erklärungen daran an. Beachte besonderen Schutz bei Schwangerschaft, für junge Menschen und Menschen mit Behinderungen. Frage nach benötigter Hilfe. Beteilige Beschäftigte und ihre Vertretung. Sorge für Pausen, Erholung und vertrauliche ärztliche Vorsorge. Auch Nachtarbeit und Arbeit allein brauchen passende Regeln. Schütze vor Gewalt und Demütigung. Gib Zeit zum Lernen. Frage nach, ob Anweisungen wirklich verstanden wurden.
Niemand muss alles aushalten, um dazuzugehören.
Viele Hände helfen. Doch Verantwortung darf nicht zwischen ihnen verschwinden.
Wer Menschen beschäftigt, muss für Schutz und die nötigen Mittel sorgen. Kläre Aufgaben, Rechte und Kontrollen. Fachleute für Arbeitssicherheit und Arbeitsmedizin beraten. Sie nehmen der Führung ihre Pflicht nicht ab. Wer eine Pflicht übernimmt, braucht auch das Recht zu handeln. Stimme Arbeiten anderer Firmen ab. Beachte die geltenden Schutzregeln. Schutz darf nicht daran scheitern, dass Zeit, Wissen oder Geld fehlen.
Eine Unterschrift macht noch keinen sicheren Arbeitstag.
Manchmal führt Innehalten weiter als Eile.
Stoppe bei ernster Gefahr. Hole Hilfe, ohne dich selbst zu gefährden. Bereite Erste Hilfe, Brandschutz und Rettung für alle vor. Übe gemeinsam. Gesetze im Internet Kläre, wer nach einer Störung die sichere Weiterarbeit freigibt. Lerne auch aus Ereignissen, bei denen niemand verletzt wurde. Suche Ursachen, nicht vorschnell Schuldige. Prüfe, ob Schutzmaßnahmen wirken. Passe sie an, wenn sich die Arbeit ändert. Ein Mangel verschwindet nicht durch einen Haken auf dem Papier.
Guter Arbeitsschutz braucht keine Helden. Er bewahrt Menschen.