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Anschlagpunkte für Seilsicherung

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Arbeitsschutz Szene mit Schutzhelm, Handschuhen und Sicherheitsausrüstung für sichere Arbeit

Anschlagpunkte für Seilsicherung und persönlichen Absturzschutz

Anschlagpunkte ermöglichen die sichere Verbindung persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz mit einer ausreichend tragfähigen Anschlageinrichtung oder geeigneten baulichen Struktur. Sie werden insbesondere dort benötigt, wo Absturzgefährdungen nicht durch vorrangige technische Schutzmaßnahmen wie Geländer, Seitenschutz oder andere kollektive Sicherungen ausreichend vermieden werden können.

Die Auswahl persönlicher Absturzschutzsysteme muss deshalb aus der Gefährdungsbeurteilung hervorgehen.

Anschlagpunkte für Seilsicherung : Arbeitsschutz und Absturzsicherung im Facility Management

Anschlagpunkt und Nutzung gemeinsam planen

Ein vorhandener Befestigungspunkt ist nicht automatisch ein geeigneter Anschlagpunkt. Zu berücksichtigen sind insbesondere vorgesehene Nutzung, Anzahl der Personen, mögliche Belastungsrichtung, vorhandener Sturzraum sowie die Tragfähigkeit der Anschlageinrichtung und ihrer Befestigung am Bauwerk.

Auch die Position ist entscheidend. Ungünstig angeordnete Anschlagpunkte können große Fallhöhen, Pendelstürze oder das Auftreffen auf darunterliegende Bauteile begünstigen.

Deshalb müssen Anschlageinrichtung, Verbindungsmittel und verwendete PSAgA als zusammenwirkendes System betrachtet werden.

Dauerhafte Kennzeichnung und Dokumentation

Für das Facility Management sollte jeder dauerhaft vorhandene Anschlagpunkt eindeutig identifizierbar sein.

Gerade bei verdeckten Befestigungen ist die ursprüngliche Montagedokumentation für spätere Prüfungen von besonderem Wert.

Zur Dokumentation gehören je nach System beispielsweise:

  • eindeutige Kennzeichnung,

  • Standort und gegebenenfalls Lageplan,

  • Hersteller und Systemtyp,

  • vorgesehener Verwendungszweck,

  • Montage- und Befestigungsnachweise,

  • zulässige Nutzung,

  • Herstellerunterlagen,

  • Prüf- und Kontrollnachweise sowie

  • Informationen über Änderungen oder Beschädigungen.

Prüfungen organisatorisch sicherstellen

Anschlageinrichtungen müssen in einem Zustand erhalten werden, der ihre sichere Verwendung ermöglicht. Art und Umfang erforderlicher Kontrollen und Prüfungen richten sich nach System, Herstellerangaben, Einsatzbedingungen und Gefährdungsbeurteilung.

Beschädigungen, Korrosion, bauliche Veränderungen oder Zweifel an einer Befestigung müssen bewertet werden, bevor die Einrichtung erneut verwendet wird.

Auch die persönliche Absturzschutzausrüstung selbst unterliegt entsprechenden Kontrollen und sachkundigen Prüfungen.

Rettung bereits vor Arbeitsbeginn berücksichtigen

Ein Auffangsystem verhindert nicht zwangsläufig den Absturz, sondern kann eine Person nach dem Absturz im System halten. Deshalb muss für Arbeiten mit PSAgA eine geeignete Rettungsmöglichkeit vorbereitet sein. Längeres bewegungsloses Hängen im Auffanggurt kann erhebliche Gesundheitsgefahren verursachen.

Der sichere Arbeitsprozess lautet daher:

Gefährdung beurteilen → Schutzmaßnahme auswählen → Anschlageinrichtung prüfen → PSAgA festlegen → Beschäftigte unterweisen → Rettung vorbereiten → Arbeit freigeben

Anschlagpunkte sind damit keine einfachen Bauausstattungselemente, sondern Bestandteil eines vollständigen Absturzschutzkonzeptes. Für das Facility Management kommt es darauf an, Planung, Kennzeichnung, Dokumentation, Prüfung und sichere Nutzung über den gesamten Lebenszyklus nachvollziehbar zu organisieren.