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Plattformleitern

Facility Management: Arbeitsschutz » Compliance » Dokumente » Plattformleitern

Plattformleitern

Plattformleitern

Diese Dokumentationsübersicht beschreibt die erforderlichen sicherheits-, prüf- und organisationsbezogenen Unterlagen für Podestleitern (Plattformleitern) als Arbeitsmittel im Sinne der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV). Podestleitern werden häufig für wiederkehrende Arbeiten in der Höhe eingesetzt und weisen gegenüber einfachen Anlege- oder Stehleitern ein erhöhtes Gefährdungspotenzial auf (insbesondere Absturz, Umkippen oder Fehlbedienung). Daher ist eine umfassende Dokumentation notwendig, um eine rechtskonforme Bereitstellung und Verwendung sicherzustellen. Ebenso ermöglicht sie die strukturierte Organisation von Prüf- und Unterweisungspflichten und trägt zur Audit-, Behörden- und BG-Festigkeit im professionellen Facility Management bei. Mit anderen Worten: Nur durch vollständige, sorgfältig geführte Unterlagen kann der Betreiber seiner Verantwortung nachkommen, Unfälle verhindern und im Fall von Überprüfungen die Einhaltung aller Sicherheitsanforderungen nachweisen.

Sichere Nutzung von Plattformleitern

Antrag auf Ausnahme von den Vorschriften der BetrSichV

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttyp

Ausnahme-/Abweichungsantrag

Zweck & Geltungsbereich

Genehmigung einer Abweichung von einzelnen Anforderungen der BetrSichV

Rechtsgrundlagen / Normen

BetrSichV

Zentrale Inhalte

Beschreibung der Podestleiter
Benannte Abweichung (z. B. Bauart, Einsatzart)
Kompensierende technische/organisatorische Maßnahmen

Verantwortliche

Arbeitgeber / Unternehmer

Praxisrelevanz

Erforderlich bei Sonderkonstruktionen oder atypischen Einsatzbedingungen

Erläuterung

Ein Ausnahmeverfahren ist nur zulässig, wenn ein gleichwertiges Sicherheitsniveau nachweisbar gewährleistet ist. Gemäß § 19 Abs. 4 BetrSichV kann die zuständige Behörde auf schriftlichen Antrag des Arbeitgebers in besonderen Fällen bestimmte Vorgaben der BetrSichV ausnahmsweise aufheben, sofern die Anwendung der Vorschrift eine unverhältnismäßige Härte darstellen würde und die Sicherheit weiterhin gewährleistet bleibt. Im Antrag sind alle erforderlichen Angaben zu machen, insbesondere der Grund der Abweichung, die betroffenen Tätigkeiten und Beschäftigtenzahlen sowie die geplanten technischen und organisatorischen Kompensationsmaßnahmen. Gegebenenfalls fordert die Behörde zusätzlich ein Sachverständigengutachten (z. B. einer zugelassenen Überwachungsstelle) als Nachweis der Sicherheit. Der vollständig ausgearbeitete Antrag ist in jedem Fall vor der Nutzung der Podestleiter bei der Aufsichtsbehörde einzureichen und die Genehmigung abzuwarten. Dieses Dokument stellt sicher, dass der Betreiber im Sonderfall rechtskonform agiert und die Podestleiter trotz Abweichungen nur mit behördlicher Genehmigung und gleichwertigem Schutz verwendet wird.

Prüfaufzeichnungen über Prüfungen an Podestleitern

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttyp

Prüfprotokolle / Prüfaufzeichnungen

Zweck & Geltungsbereich

Nachweis der Erst- und wiederkehrenden Prüfungen

Rechtsgrundlagen / Normen

BetrSichV; TRBS 1201

Zentrale Inhalte

Prüfart (Sicht-/Funktionsprüfung)
Prüfergebnis
Mängel und Maßnahmen
Nächster Prüftermin

Verantwortliche

Zur Prüfung befähigte Person

Praxisrelevanz

Pflichtnachweis bei BG- und Behördenprüfungen

Erläuterung

Die Prüfaufzeichnungen belegen den sicheren Zustand der Podestleiter und sind Voraussetzung für deren weiteren Einsatz im Betrieb. Nach BetrSichV müssen die Ergebnisse aller vorgeschriebenen Prüfungen nachvollziehbar aufgezeichnet und mindestens bis zur nächsten Prüfung aufbewahrt werden. In der Praxis bedeutet dies, dass sowohl die Erstprüfung (vor der ersten Inbetriebnahme bzw. unmittelbar nach Lieferung) als auch wiederkehrende Prüfungen (regelmäßige Sicht- und Funktionsprüfungen) durch eine befähigte Person protokolliert werden. Das Prüfprotokoll enthält typischerweise die in der Tabelle genannten Punkte: Art der Prüfung (z. B. Sichtprüfung), festgestellte Ergebnisse bzw. Mängel, daraus abgeleitete Maßnahmen (z. B. Reparatur oder Außerbetriebnahme bei schweren Defekten) und den Termin der nächsten fälligen Prüfung. Diese Dokumente dienen als Sicherheitsnachweis und müssen bei Kontrollen durch Behörden oder Unfallversicherungsträger (BG) vorgelegt werden können. Fehlen solche Aufzeichnungen, kann dies im Haftungs- oder Schadensfall als Organisationsverschulden ausgelegt werden. Umgekehrt ermöglichen lückenlose Prüfaufzeichnungen dem Betreiber, jederzeit die ordnungsgemäße Wartung und Kontrolle der Podestleiter belegen zu können.

Festlegung von Art, Umfang und Fristen der Prüfungen

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttyp

Prüffestlegung / Prüfkonzept

Zweck & Geltungsbereich

Organisation der gesetzlich geforderten Prüfungen

Rechtsgrundlagen / Normen

BetrSichV

Zentrale Inhalte

Prüfintervalle (z. B. jährlich)
Prüfumfang je Einsatzart
Anlassbezogene Prüfungen (Schäden, Umbauten)

Verantwortliche

Arbeitgeber / Unternehmer

Praxisrelevanz

Steuerungsinstrument der Prüfpflichten

Erläuterung

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, Art, Umfang und Fristen der erforderlichen Prüfungen für die Podestleiter festzulegen, um die gesetzlichen Prüfvorgaben systematisch zu erfüllen. Diese Festlegung (auch als Prüfkonzept bezeichnet) basiert auf der Gefährdungsbeurteilung und berücksichtigt Herstellerangaben sowie anerkannte Regeln (z. B. DGUV-Informationen). Gesetzlich sind keine starren Prüffristen vorgegeben – vielmehr müssen die Intervalle risikobasiert bestimmt werden. Kriterien dafür sind insbesondere die Nutzungshäufigkeit, die Beanspruchung der Leiter bei der Verwendung sowie die Ergebnisse vorangegangener Prüfungen (z. B. häufige oder schwere Mängel). In der Praxis hat sich bei häufig genutzten Leitern eine jährliche Überprüfung als Standard etabliert. Bei intensiver oder rauer Nutzung können kürzere Intervalle (z. B. halbjährlich) angemessen sein; umgekehrt kann bei selten genutzten Leitern das Intervall verlängert werden, sofern dies im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung sorgfältig begründet wird. Neben den Routineprüfungen definiert das Prüfkonzept auch anlassbezogene Prüfungen – also außerplanmäßige Kontrollen nach besonderen Ereignissen wie Beschädigungen, Reparaturen oder längerer Nichtbenutzung. Die schriftliche Dokumentation dieser Festlegungen stellt sicher, dass alle Prüfungspflichten im Betrieb transparent sind und fristgerecht geprüft werden. Gleichzeitig dient sie als Nachweis gegenüber Aufsichtsbehörden, dass der Betreiber seine Prüfpflichten proaktiv und ordnungsgemäß organisiert hat.

Bestellung befähigter Personen zur Prüfung von Podestleitern

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttyp

Bestellurkunde / Benennungsnachweis

Zweck & Geltungsbereich

Formale Benennung qualifizierter Prüfer

Rechtsgrundlagen / Normen

BetrSichV; VDI 4068-1

Zentrale Inhalte

Fachliche Qualifikation
Aufgaben- und Verantwortungsbereich

Verantwortliche

Arbeitgeber / Unternehmer

Praxisrelevanz

Voraussetzung für rechtswirksame Prüfungen

Erläuterung

Nur bestellte und fachlich geeignete Personen dürfen Prüfungen durchführen. Eine „befähigte Person“ im Sinne der BetrSichV (§ 2 Abs. 6) verfügt über die erforderliche Fachkompetenz aufgrund von Berufsausbildung, Berufserfahrung und zeitnaher beruflicher Tätigkeit. Diese Kriterien werden in der Technischen Regel TRBS 1203 und der VDI-Richtlinie 4068-1 näher beschrieben. Um rechtskonforme Prüfungen sicherzustellen, ist eine formelle Bestellung solcher Personen unerlässlich. In einer schriftlichen Bestellurkunde wird dokumentiert, welche Mitarbeiter(innen) als Prüfer für Podestleitern benannt sind, welche Qualifikationen sie vorweisen (z. B. spezifische Schulungen zur Leiterprüfung) und für welche Arbeitsmittel oder Bereiche die Bestellung gilt. Dadurch wird klar geregelt, wer im Unternehmen Prüfungen durchführen darf und Verantwortung übernimmt. Diese Dokumentation dient der rechtlichen Absicherung des Betreibers: Im Falle eines Unfalls oder einer Überprüfung kann er nachweisen, dass die Prüfungen von fachkundigem Personal durchgeführt wurden. Ohne Bestellung bzw. entsprechende Qualifikation der Prüfer wären die Prüfungen nicht rechtswirksam und der Betreiber würde gegen die BetrSichV verstoßen.

Bestellung von Koordinatoren

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttyp

Koordinatorenbestellung

Zweck & Geltungsbereich

Koordination bei Tätigkeiten mit erhöhtem Gefährdungspotenzial

Rechtsgrundlagen / Normen

BetrSichV; GefStoffV; DGUV-I 215-830

Zentrale Inhalte

Aufgabenbeschreibung
Abgrenzung der Zuständigkeiten

Verantwortliche

Arbeitgeber / Unternehmer

Praxisrelevanz

Relevant bei Mehrgewerkearbeiten oder Fremdfirmeneinsatz

Erläuterung

Koordinatoren sollten eingesetzt werden, wenn gleichzeitige Tätigkeiten mit erhöhtem Gefährdungspotenzial stattfinden – insbesondere, wenn Beschäftigte mehrerer Abteilungen oder externe Firmen parallel arbeiten. Ein solcher Koordinator (eine „koordinierende Person“) übernimmt die Aufgabe, Schutzmaßnahmen abzustimmen und zu überwachen, damit sich die verschiedenen Arbeiten nicht gegenseitig gefährden. Rechtsgrundlagen dafür finden sich z. B. im Arbeitsschutzgesetz (§ 8 ArbSchG verlangt die Zusammenarbeit mehrerer Arbeitgeber) sowie in einschlägigen Verordnungen und Regeln. Die BetrSichV und die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) fordern bei bestimmten Konstellationen eine Abstimmung der Arbeitsschutzmaßnahmen, und die DGUV-Information 215-830 gibt praxisnahe Hinweise zum Einsatz von Fremdfirmen und zur Koordination. In der schriftlichen Koordinatorenbestellung wird festgelegt, wer diese Rolle übernimmt und welche Aufgaben und Befugnisse damit verbunden sind. Typischerweise gehören dazu die Beschreibung der zu koordinierenden Tätigkeiten, die Befugnis, bei Gefahr einzuschreiten, und die Abgrenzung zu den Verantwortungsbereichen der jeweiligen Führungskräfte der beteiligten Unternehmen. Dieses Dokument ist vor allem in Situationen mit Mehrgewerkearbeiten (z. B. parallele Instandhaltungsarbeiten verschiedener Gewerke) oder beim Einsatz von Fremdfirmen relevant. Der Koordinator stellt sicher, dass alle Beteiligten die Arbeitsschutzmaßnahmen einhalten, und reduziert so erheblich das Risiko von Unfällen durch gegenseitige Gefährdungen. Durch die formale Bestellung kann der Arbeitgeber im Ernstfall nachweisen, seiner Koordinationspflicht nachgekommen zu sein.

Hersteller-Betriebsanleitung für Podestleitern

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttyp

Betriebsanleitung

Zweck & Geltungsbereich

Bestimmungsgemäßer Gebrauch der Podestleiter

Rechtsgrundlagen / Normen

BetrSichV

Zentrale Inhalte

Aufbau und Benutzung
Belastungsgrenzen
Wartungs- und Sicherheitshinweise

Verantwortliche

Hersteller

Praxisrelevanz

Verbindliche Grundlage für den Betrieb

Erläuterung

Die vom Hersteller gelieferte Betriebsanleitung bildet die verbindliche Grundlage für den sicheren Einsatz der Podestleiter. Darin sind alle Vorgaben für den bestimmungsgemäßen Gebrauch festgelegt – von der korrekten Montage/Aufstellung über die zulässigen Belastungsgrenzen bis hin zu Wartungshinweisen und Sicherheitsempfehlungen. Gemäß BetrSichV (§ 4 Abs. 1) dürfen Arbeitsmittel nur entsprechend den Herstellerangaben bereitgestellt und verwendet werden, da nur so Sicherheit und Gesundheitsschutz gewährleistet sind. Der Arbeitgeber muss sicherstellen, dass die Betriebsanleitung jederzeit für die Nutzer zugänglich ist (z. B. in Papierform am Einsatzort oder digital) und dass alle Beschäftigten die darin enthaltenen Vorgaben kennen und einhalten. Insbesondere bei Podestleitern – die oft komplexer als einfache Leitern sind – sind spezielle Hinweise des Herstellers (etwa zur Fixierung von Plattformentriegelungen, zur Verwendung von Stabilisatoren oder zur regelmäßigen Prüfung bestimmter Bauteile) strikt zu befolgen. Die Missachtung der Betriebsanleitung kann nicht nur zu gefährlichen Situationen (Absturzgefahr, Überlastung etc.), sondern auch zu Haftungsproblemen führen. Daher ist die Hersteller-Betriebsanleitung integraler Bestandteil der technischen Dokumentation und des Unterweisungskonzepts für die Podestleiter.

Betriebliche Betriebsanweisung

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttyp

Betriebsanweisung

Zweck & Geltungsbereich

Unterweisung der Beschäftigten im sicheren Umgang

Rechtsgrundlagen / Normen

BetrSichV; DGUV-I 205-001

Zentrale Inhalte

Gefährdungen (Absturz, Umkippen)
Schutzmaßnahmen
Verhalten bei Mängeln

Verantwortliche

Arbeitgeber / Unternehmer

Praxisrelevanz

Pflichtdokument im Arbeitsschutz

Erläuterung

Die betriebliche Betriebsanweisung für den Umgang mit der Podestleiter ist ein unternehmensinternes Sicherheitsdokument, das den Beschäftigten in verständlicher Form alle wichtigen Verhaltensregeln und Schutzmaßnahmen vermittelt. Sie wird vom Arbeitgeber auf Basis der Gefährdungsbeurteilung erstellt (oft in Abstimmung mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit) und ist gemäß BetrSichV und DGUV-Vorgaben verpflichtend, sobald besondere Gefährdungen vorliegen. In der Betriebsanweisung werden zunächst die spezifischen Gefährdungen beim Arbeiten mit der Podestleiter aufgezeigt – etwa Absturzrisiken bei unsachgemäßem Stehen auf der Plattform, Umkippen der Leiter bei falscher Aufstellung oder Risiken durch falsche Benutzung (z. B. Aufsteigen auf die Geländer). Darauf aufbauend sind die erforderlichen Schutzmaßnahmen beschrieben: z. B. die korrekte Sicherung der Fahrrollen oder Ausleger, das Tragen von passendem Schuhwerk, die Einhaltung der maximalen Stehzeit auf der Leiter, das Verbot des Verrückens der Leiter im bestiegenen Zustand, etc. Ebenfalls wichtig ist das Verhalten bei Mängeln oder Zwischenfällen – die Betriebsanweisung legt fest, dass festgestellte Defekte sofort zu melden sind, die Leiter bis zur Reparatur nicht weiterverwendet werden darf und ggf. Unfälle oder Beinahe-Unfälle dokumentiert werden müssen. Die Betriebsanweisung ist den Mitarbeitern bekannt zu geben (z. B. durch Aushang am Einsatzort und durch regelmäßige Unterweisungen) und deren Inhalte sind regelmäßig – mindestens einmal jährlich oder bei Änderungen – in Unterweisungen aufzufrischen. Dieses Dokument ist ein zentrales Element der Arbeitsschutzorganisation und dient sowohl der Prävention von Unfällen als auch der rechtlichen Absicherung des Unternehmens, da es die Erfüllung der Unterweisungspflicht nachweist.

Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttyp

Gefährdungsbeurteilung

Zweck & Geltungsbereich

Systematische Bewertung der Gefährdungen beim Einsatz von Podestleitern

Rechtsgrundlagen / Normen

BetrSichV

Zentrale Inhalte

Einsatzorte und -bedingungen
Art der Arbeiten
Festgelegte Schutzmaßnahmen

Verantwortliche

Arbeitgeber / Unternehmer

Praxisrelevanz

Grundlage für Prüf- und Unterweisungsanforderungen

Erläuterung

Die Gefährdungsbeurteilung (GBU) ist das zentrale Steuerungsinstrument für den sicheren Einsatz von Podestleitern. Sie muss vom Arbeitgeber vor der ersten Verwendung der Leiter durchgeführt und schriftlich dokumentiert werden (ArbSchG § 5, BetrSichV § 3). In der GBU werden sämtliche Einsatzbedingungen betrachtet: Wo und unter welchen Umgebungsbedingungen wird die Podestleiter verwendet (z. B. ebener fester Untergrund oder unebenes Gelände, Innen- oder Außeneinsatz)? Welche Arbeiten werden in welcher Höhe darauf verrichtet (kurzzeitige Montagetätigkeiten, regelmäßige Wartungsarbeiten etc.)? Wer benutzt die Leiter (qualifizierte Beschäftigte, externe Dienstleister) und wie häufig? Anhand dieser Informationen werden alle potenziellen Gefährdungen ermittelt, beispielsweise Absturz des Benutzers, Umstürzen der Leiter, elektrische Risiken (falls in der Nähe von Anlagen gearbeitet wird) oder ergonomische Probleme (z. B. beim Tragen der Leiter). Für jede festgestellte Gefahr schreibt die GBU Schutzmaßnahmen vor – das können technische Maßnahmen (z. B. Verwendung einer Podestleiter mit Geländer und rutschhemmenden Füßen), organisatorische Maßnahmen (z. B. zwei Personen zum Versetzen der Leiter einsetzen, Absperrung des Arbeitsbereichs) oder persönliche Schutzmaßnahmen (z. B. Tragen eines Sicherheitsgurts bei bestimmten Höhen) sein. Die Gefährdungsbeurteilung bildet die Grundlage für weitere Dokumente: Aus ihr ergeben sich die erforderlichen Prüffristen (siehe Abschnitt 2) und Schulungs- bzw. Unterweisungsinhalte (siehe Abschnitt 4.2). Sie muss aktuell gehalten und bei relevanten Veränderungen (neue Leiter-Modelle, geänderte Arbeitsverfahren, Beinahe-Unfälle oder Unfälle) unverzüglich angepasst werden. Eine sorgfältig dokumentierte GBU ist Voraussetzung für einen rechtssicheren Betrieb der Podestleiter – sie belegt, dass der Arbeitgeber die Risiken erkannt und angemessen darauf reagiert hat. Bei behördlichen Überprüfungen oder Audits wird die GBU typischerweise als erstes angefordert, um die Sicherheitsorganisation des Betriebs nachvollziehen zu können. (Hinweis: Bei mehreren baugleichen Podestleitern oder gleichartigen Einsatzbedingungen kann eine zusammengefasste Gefährdungsbeurteilung erstellt werden, um Doppelarbeit zu vermeiden.)

Dokumentation der Voraussetzungen für das vereinfachte Verfahren

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttyp

Nachweis vereinfachtes Verfahren

Zweck & Geltungsbereich

Begründung reduzierter Prüf- oder Dokumentationsanforderungen

Rechtsgrundlagen / Normen

BetrSichV

Zentrale Inhalte

Erfüllte Voraussetzungen
Abgrenzung des Anwendungsbereichs

Verantwortliche

Arbeitgeber / Unternehmer

Praxisrelevanz

Erleichterung der Betreiberpflichten bei geringem Risiko

Erläuterung

Die BetrSichV bietet mit § 7 die Möglichkeit einer vereinfachten Vorgehensweise für Arbeitsmittel, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. In einem solchen Fall können einige der sonst erforderlichen aufwendigen Dokumentationen reduziert werden – allerdings nur, wenn der Arbeitgeber nachweislich darlegen kann, dass keinerlei zusätzliche Gefährdungen bestehen, die über den Normalfall hinausgehen. Für Podestleitern bedeutet dies: Die Leiter muss ein einfaches, verwendungsfertiges Arbeitsmittel sein, das nach aktuellen Sicherheitsstandards hergestellt wurde. Konkret müssen folgende Voraussetzungen vollständig erfüllt sein: (1) Die Podestleiter entspricht den geltenden Rechtsvorschriften und sicherheitstechnischen Anforderungen für neue Arbeitsmittel (insbesondere CE-Kennzeichnung, EU-Konformitätserklärung und vorhandene Hersteller-Betriebsanleitung; außerdem keine erkennbaren Mängel). (2) Die Arbeitsmittel wird ausschließlich bestimmungsgemäß und gemäß den Vorgaben des Herstellers verwendet (keine zweckentfremdete Nutzung). (3) Unter Berücksichtigung der Arbeitsumgebung, der Arbeitsgegenstände, der Arbeitsabläufe sowie der Arbeitsorganisation treten keine zusätzlichen Gefährdungen auf – das Arbeitsmittel passt also ideal in die Umgebung, ohne besondere Risiken (z. B. keine Verwendung in explosionsgefährdeten Bereichen, kein paralleler Betrieb mit kollidierenden Tätigkeiten etc.). (4) Es werden alle erforderlichen Instandhaltungs- und Prüfmaßnahmen gemäß BetrSichV konsequent umgesetzt (festgelegte Inspektionsintervalle, Wartung nach Herstellerangaben – siehe auch Abschnitt 2); die Planung dieser Maßnahmen ist dokumentiert. Die Dokumentation der Voraussetzungen für das vereinfachte Verfahren hält fest, dass die oben genannten Bedingungen geprüft und erfüllt sind, und grenzt den Anwendungsbereich genau ein. Sie dient als Beleg dafür, dass der Betreiber zu Recht ein vereinfachtes Verfahren anwendet und somit z. B. keine weitergehenden Schutzmaßnahmen nach §§ 8 und 9 BetrSichV erforderlich sind. Wichtig ist: Sobald auch nur eine Voraussetzung nicht (mehr) gegeben ist – etwa weil die Leiter modifiziert wurde oder unter ungewöhnlichen Bedingungen genutzt werden soll – ist die vereinfachte Vorgehensweise unzulässig, und es muss zur vollumfänglichen Gefährdungsbeurteilung und Dokumentation übergegangen werden. Insgesamt stellt das vereinfachte Verfahren eine Erleichterung für den Betreiber dar, jedoch nur in eindeutig niedrig riskanten Standardfällen, in denen die gesetzlichen Kriterien eindeutig erfüllt sind.

Festlegung der Anforderungen an zur Prüfung befähigte Personen

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttyp

Festlegung der Anforderungen an befähigte Personen

Zweck & Geltungsbereich

Sicherstellung, dass Prüfungen von Podestleitern durch fachlich geeignete Personen erfolgen

Rechtsgrundlagen / Normen

BetrSichV

Zentrale Inhalte

erforderliche Fachkenntnisse
praktische Erfahrung mit Leitern/Podestleitern
Kenntnis der einschlägigen Regeln und Normen

Verantwortliche

Arbeitgeber / Unternehmer

Praxisrelevanz

Grundlage für rechtskonforme Prüfungen und Nachweis gegenüber Aufsichtsbehörden

Erläuterung

Gemäß BetrSichV dürfen wiederkehrende Prüfungen von Arbeitsmitteln nur von „zur Prüfung befähigten Personen“ durchgeführt werden. Die formale Festlegung der Anforderungen an diese Personen stellt sicher, dass die Prüfungen fachgerecht und belastbar erfolgen. In der Dokumentation werden Kriterien wie eine einschlägige Berufsausbildung, ausreichend Berufserfahrung im Umgang mit Leitern sowie aktuelle Kenntnisse der relevanten Vorschriften (z.B. BetrSichV, DGUV-Regeln, DIN-Normen) festgeschrieben. Dadurch kann der Arbeitgeber nachweisen, dass er seine Podestleitern nur von geeignetem Fachpersonal prüfen lässt. Im Facility Management ist diese Festlegung zentral, um die Wirksamkeit der Prüforganisation gegenüber Aufsichtsbehörden und bei Audits zu belegen.

Festlegung von Art, Umfang und Fristen der Prüfungen

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttyp

Prüfprogramm für Podestleitern

Zweck & Geltungsbereich

Strukturierte Planung der erforderlichen Prüfungen

Rechtsgrundlagen / Normen

BetrSichV

Zentrale Inhalte

Prüfarten (Erstprüfung, wiederkehrende Prüfung, anlassbezogene Prüfung)
Prüfumfang (Sicht- und Funktionsprüfung)
Prüffristen

Verantwortliche

Arbeitgeber / Unternehmer

Praxisrelevanz

Zentrales Steuerungsinstrument der Prüfpflichten

Erläuterung

Das Prüfprogramm dokumentiert, welche Prüfungen in welchen Abständen für jede Podestleiter durchzuführen sind. BetrSichV fordert, dass Art, Umfang und Fristen der wiederkehrenden Prüfungen aus der Gefährdungsbeurteilung abgeleitet und festgelegt werden. Daher enthält dieses Dokument z.B. Vorgaben zur erstmaligen Prüfung vor Inbetriebnahme, zu regelmäßigen Intervallen (etwa jährliche Überprüfungen) sowie zu zusätzlichen Prüfungen nach besonderen Ereignissen (Unfall, Reparatur). Der Prüfumfang – etwa eine Sichtprüfung aller Stufen, Plattformen und Verbindungen sowie eine Funktionsprüfung der Sicherungen – wird klar definiert. Dieses systematische Prüfprogramm ermöglicht eine fristgerechte, lückenlose Kontrolle aller Podestleitern. Es stellt sicher, dass bis zur nächsten Prüfung ein sicherer Zustand gewährleistet ist. Hersteller und Unfallversicherer empfehlen in der Regel mindestens einmal jährlich zu prüfen; bei intensiver Nutzung können aber auch kürzere Intervalle erforderlich sein. Durch das schriftliche Festhalten der Prüfrhythmen und -inhalte reduziert der Betreiber Haftungsrisiken, da im Schadensfall dokumentiert ist, dass der Prüfpflicht ordnungsgemäß nachgekommen wurde.

Nachweis der fachlichen Qualifikation zur Erstellung

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttyp

Fachkundenachweis Gefährdungsbeurteilung

Zweck & Geltungsbereich

Sicherstellung der fachgerechten Erstellung von Gefährdungsbeurteilungen

Rechtsgrundlagen / Normen

BetrSichV

Zentrale Inhalte

Schulungs-/Fortbildungsnachweise
Kenntnisse zu Absturz- und Umsturzgefahren
Aktualitätsnachweis

Verantwortliche

Schulungs- und Bildungsträger

Praxisrelevanz

Voraussetzung für rechtssichere Gefährdungsbeurteilungen

Erläuterung

Die Gefährdungsbeurteilung für Arbeitsmittel wie Podestleitern darf gemäß BetrSichV §3 Abs. 3 nur von fachkundigen Personen durchgeführt werden. Fachkundig im Sinne der BetrSichV (§2 Abs. 5) ist, wer zur Erfüllung der Aufgabe über die erforderlichen Fachkenntnisse verfügt – dazu zählen eine einschlägige Ausbildung, praktische Erfahrung und aktuelle Kenntnisse, die z.B. durch regelmäßige Fortbildung gesichert werden. Ein formeller Fachkundenachweis (etwa ein Zertifikat über eine Schulung zur Erstellung von Gefährdungsbeurteilungen oder spezifisch zum sicheren Umgang mit Leitern und Tritten) dokumentiert diese Kompetenz. Er belegt die methodische und fachliche Kompetenz der verantwortlichen Person, insbesondere Kenntnisse zu typischen Gefährdungen beim Einsatz von Podestleitern (z.B. Absturzgefahr, Kippgefahr) und den entsprechenden Schutzmaßnahmen. In Audits und bei Behördenterminen muss dieser Qualifikationsnachweis regelmäßig vorgelegt werden, um die Rechtssicherheit der erstellten Gefährdungsbeurteilungen zu untermauern.

Gebrauchsanleitung für Podestleitern

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttyp

Gebrauchsanleitung

Zweck & Geltungsbereich

Sicherstellung der bestimmungsgemäßen Nutzung der Podestleiter

Rechtsgrundlagen / Normen

DIN EN 131-3

Zentrale Inhalte

Aufbau und Verwendung
zulässige Belastung
Sicherheitshinweise

Verantwortliche

Hersteller / Inverkehrbringer

Praxisrelevanz

Grundlage für sichere Benutzung und Unterweisung

Erläuterung

Die Gebrauchsanleitung ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Arbeitsmitteldokumentation und muss am Einsatzort verfügbar sein. Hersteller sind verpflichtet, jeder Podestleiter eine deutschsprachige Anleitung mitzugeben, in der der sichere Aufbau, die korrekte Benutzung und die zulässige Belastung detailliert beschrieben sind. Die Norm DIN EN 131-3 fordert außerdem klare Sicherheitskennzeichnungen an der Leiter (Piktogramme) sowie entsprechende Erläuterungen in der Anleitung. Typische Inhalte sind Hinweise zur Aufstellung der Leiter, zur maximalen Plattformhöhe, zur Fixierung von Spreizsicherungen und zum Verbot unsachgemäßer Nutzungen. Im Facility Management bildet die Gebrauchsanleitung die Grundlage für die Unterweisung der Mitarbeiter, da darin alle vom Hersteller vorgesehenen Sicherheitsmaßnahmen und Nutzungshinweise enthalten sind. Sie stellt sicher, dass die Podestleiter bestimmungsgemäß und sicher verwendet wird und dient als Nachschlagewerk bei Unsicherheiten im Gebrauch.

Herstellerinformationen zur Wartung und Instandhaltung

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttyp

Wartungs- und Instandhaltungsinformationen

Zweck & Geltungsbereich

Sicherstellung der dauerhaften Gebrauchstauglichkeit

Rechtsgrundlagen / Normen

BetrSichV

Zentrale Inhalte

Wartungshinweise
Prüfpunkte (Stufen, Geländer, Standflächen)
Austausch defekter Teile

Verantwortliche

Hersteller

Praxisrelevanz

Grundlage für Instandhaltungsplanung

Erläuterung

Um die dauerhafte Sicherheit und Funktionstüchtigkeit der Podestleiter zu gewährleisten, geben Hersteller spezifische Wartungs- und Instandhaltungshinweise. Diese Informationen – oft Teil der Gebrauchsanleitung oder als separates Wartungsdokument bereitgestellt – beschreiben, welche Bauteile regelmäßig auf Verschleiß zu prüfen sind (z.B. rutschfeste Fußkappen, Gelenke, Verriegelungen, Plattformbefestigungen) und wie die Leiter sachgerecht zu pflegen ist. Außerdem werden empfohlene Intervalle für Inspektionen oder Austausche angegeben (etwa jährlicher Check der Schraubverbindungen oder sofortiger Austausch beschädigter Sprossen). Das Facility Management nutzt diese Herstellerangaben, um ein Wartungsplan zu erstellen, der präventive Instandhaltung sicherstellt. Indem man sich an den Herstellervorgaben orientiert, lässt sich die Nutzungsdauer der Podestleiter verlängern und Ausfällen oder Unfällen durch Materialermüdung vorbeugen. Eine gut dokumentierte Instandhaltung nach Herstellervorschrift ist zudem ein wichtiger Nachweis bei möglichen Garantie- oder Haftungsfragen.

Herstellerunterlagen zur Vorbereitung der Gefährdungsbeurteilung

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttyp

Herstellerinformationen für die Gefährdungsbeurteilung

Zweck & Geltungsbereich

Identifikation produktspezifischer Gefährdungen

Rechtsgrundlagen / Normen

BetrSichV

Zentrale Inhalte

bestimmungsgemäße Verwendung
Restrisiken (Rutsch-, Kippgefahr)
empfohlene Einsatzbedingungen

Verantwortliche

Hersteller / Distributor

Praxisrelevanz

Ergänzende Grundlage der Gefährdungsbeurteilung

Erläuterung

Bereits vor der Beschaffung und Verwendung einer Podestleiter müssen alle produktspezifischen Gefährdungen bekannt sein. Herstellerunterlagen – neben der Gebrauchsanleitung oft in Form von Produktdatenblättern oder Sicherheitsinformationen erhältlich – unterstützen den Arbeitgeber dabei, diese Gefahren zu identifizieren. Darin sind beispielsweise die bestimmungsgemäße Verwendung (zulässige Aufgaben und Umgebungen für die Leiter) beschrieben und es wird auf Restrisiken hingewiesen, die trotz sicherer Konstruktion bestehen (z.B. Rutschgefahr bei Nässe, Kippgefahr bei falschem Neigungswinkel, Risiken durch unsachgemäßen Transport der Leiter). Solche Informationen fließen unmittelbar in die Gefährdungsbeurteilung ein. Durch die Berücksichtigung der Herstellerhinweise kann die Gefährdungsbeurteilung vollständig und spezifisch erfolgen, da sie die besondere Bauart und Eigenschaften der jeweiligen Podestleiter berücksichtigt. Dies führt zu passgenauen Schutzmaßnahmen und einer realistischen Einschätzung der Risiken im Betrieb.

Informationssammlung für die Gefährdungsbeurteilung

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttyp

Informationen zur Gefährdungsbeurteilung

Zweck & Geltungsbereich

Zusammenführung aller relevanten Informationen

Rechtsgrundlagen / Normen

BetrSichV

Zentrale Inhalte

Einsatzort und Untergrund
Arbeitshöhen und Tätigkeiten
Umgebungsbedingungen

Verantwortliche

Arbeitgeber / Betreiber

Praxisrelevanz

Grundlage für Schutzmaßnahmen und Betriebsanweisungen

Erläuterung

Eine gründliche Gefährdungsbeurteilung erfordert als ersten Schritt die systematische Sammlung aller Rahmenbedingungen, unter denen die Podestleiter eingesetzt wird. In dieser Unterlagensammlung werden alle Informationen festgehalten, die später für die Bewertung der Gefährdungen relevant sind. Dazu zählen der vorgesehene Einsatzort (z.B. Lagerhalle, Werkstatt, Außenbereich) und die Beschaffenheit des Untergrunds (eben, rutschhemmend, uneben, ggf. Gefälle). Weiterhin werden die geplanten Arbeitshöhen und Tätigkeiten dokumentiert – beispielsweise, ob die Leiter für Wartungsarbeiten unter der Decke oder für Regalinventuren verwendet wird – sowie besondere Umgebungsbedingungen (etwa Wettereinflüsse draußen, Verkehr in der Nähe oder beengte Raumverhältnisse). Durch diese umfassende Informationssammlung wird sichergestellt, dass die Gefährdungsbeurteilung alle praxisrelevanten Aspekte berücksichtigt. Sie bildet die methodische Basis für die Ableitung passgenauer Schutzmaßnahmen (wie z.B. Auswahl der richtigen Leitergröße, Rutschhemmung am Boden, persönlicher Fallschutz ab einer bestimmten Höhe) und für die Erstellung von Betriebsanweisungen.

Informationen zu Notfall- und Störfallmaßnahmen

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttyp

Notfall- und Störfallinformationen

Zweck & Geltungsbereich

Regelung des Verhaltens bei Unfällen oder Beinaheunfällen

Rechtsgrundlagen / Normen

BetrSichV

Zentrale Inhalte

Absicherung der Unfallstelle
Erste-Hilfe-Maßnahmen
Meldewege

Verantwortliche

Arbeitgeber

Praxisrelevanz

Bestandteil der Notfallorganisation

Erläuterung

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen lassen sich Unfälle oder Störfälle beim Umgang mit Arbeitsmitteln nie vollständig ausschließen. Daher müssen bereits im Vorfeld klare Notfall- und Störfallmaßnahmen definiert und den Beschäftigten bekannt gemacht werden. In diesen Informationsdokumenten wird festgelegt, wie bei einem Unfall mit der Podestleiter oder einem Beinaheunfall vorzugehen ist. Zentrale Punkte sind dabei: Absicherung der Unfallstelle (um weitere Gefahren zu verhindern, z.B. Leiter umlegen, Bereich absperren), sofort einzuleitende Erste-Hilfe-Maßnahmen (ggf. verunglückte Person von der Leiter bergen, Wundversorgung) und die internen sowie externen Meldewege. Es wird angegeben, wer unverzüglich zu informieren ist – vom direkten Vorgesetzten über die Sicherheitsfachkraft bis hin zu Rettungskräften und ggf. der Berufsgenossenschaft. Ebenso gehört dazu, dass nach dem Ereignis eine Unfallanalyse durchgeführt und dokumentiert wird. Diese Notfall- und Störfallinformationen sind ein wesentlicher Bestandteil der betrieblichen Arbeitsschutzorganisation und stellen sicher, dass im Ernstfall schnell, koordiniert und richtig gehandelt wird.

Protokoll der besonderen Unterweisung

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttyp

Unterweisungsprotokoll

Zweck & Geltungsbereich

Nachweis der spezifischen Unterweisung zur Nutzung von Podestleitern

Rechtsgrundlagen / Normen

BetrSichV

Zentrale Inhalte

Unterweisungsthema
Teilnehmerliste
Datum und Unterschriften

Verantwortliche

Arbeitgeber

Praxisrelevanz

Haftungs- und prüfrelevanter Nachweis

Erläuterung

Das Unterweisungsprotokoll hält fest, dass die Beschäftigten eine besondere Unterweisung im Umgang mit Podestleitern erhalten haben. Gemäß Arbeitsschutzgesetz und Unfallverhütungsvorschriften (z.B. DGUV V1) müssen Unterweisungen mindestens einmal jährlich sowie bei besonderen Anlässen (z.B. nach einem Unfall oder bei Einführung neuer Leitermodelle) durchgeführt und dokumentiert werden. Im Protokoll werden das Unterweisungsthema (etwa „Sicheres Arbeiten auf Podestleitern“), die behandelten Inhalte (z.B. Aufbau der Leiter, Verhaltensregeln bei der Nutzung, Prüfen auf sichtbare Mängel vor Gebrauch), die teilnehmenden Personen und das Durchführungsdatum festgehalten. Zudem unterschreiben der Unterweisende und die Teilnehmer als Bestätigung der erfolgten Schulung. Dieses Dokument dient als prüfrelevanter Nachweis gegenüber Aufsichtsbehörden und bei internen Audits. Es belegt, dass der Arbeitgeber seiner Unterweisungspflicht nachgekommen ist und die Mitarbeiter über die Gefahren und richtigen Verhaltensweisen beim Einsatz von Podestleitern informiert wurden. Gleichzeitig schützt es den Unternehmer im Haftungsfall, da dokumentiert ist, dass die Beschäftigten entsprechend unterwiesen wurden.

Nachweis der regelmäßigen Überprüfung der Gefährdungsbeurteilung

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttyp

Fortschreibungs- und Überprüfungsnachweis

Zweck & Geltungsbereich

Dokumentation der turnusmäßigen Aktualisierung

Rechtsgrundlagen / Normen

BetrSichV

Zentrale Inhalte

Prüfanlass
Ergebnis der Überprüfung
ggf. Anpassung der Maßnahmen

Verantwortliche

Arbeitgeber

Praxisrelevanz

Audit- und haftungsrelevant

Erläuterung

Eine Gefährdungsbeurteilung ist kein statisches Dokument, sondern muss regelmäßig auf Aktualität geprüft und bei Bedarf angepasst werden. Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Überprüfung insbesondere nach wesentlichen Änderungen (z.B. neue Podestleitermodelle, veränderte Arbeitsverfahren) oder nach Unfällen und Beinaheunfällen. Aber auch ohne derartige Anlässe wird in der Praxis ein Turnus (häufig jährlich) festgelegt, um die Wirksamkeit der festgelegten Schutzmaßnahmen zu kontrollieren. Im Fortschreibungs- und Überprüfungsnachweis wird festgehalten, wann und warum die Gefährdungsbeurteilung überprüft wurde, wer die Überprüfung durchgeführt hat und welches Ergebnis sie hatte. Wurden z.B. zusätzliche Risiken erkannt oder haben sich organisatorische Maßnahmen als unzureichend erwiesen, so werden entsprechende Anpassungen der Gefährdungsbeurteilung und der Schutzmaßnahmen dokumentiert. Dieser Nachweis ist für Audits und im Haftungsfall relevant, da er zeigt, dass der Arbeitgeber seiner Pflicht zur kontinuierlichen Verbesserung der Arbeitssicherheit nachkommt und die Gefährdungsbeurteilung stets auf dem aktuellen Stand hält.

Protokoll zur besonderen Unterweisung für Plattformleitern

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttyp

Unterweisungsprotokoll (Spezialunterweisung)

Zweck & Geltungsbereich

Nachweis der anlass- und tätigkeitsbezogenen Unterweisung zur sicheren Verwendung von Plattformleitern

Rechtsgrundlagen / Normen

BetrSichV

Zentrale Inhalte

Art und Typ der Plattformleiter
bestimmungsgemäße Verwendung
spezifische Gefährdungen (Absturz, Kippen)
Verhaltensregeln und Verbote
Datum, Teilnehmer, Unterschriften

Verantwortliche

Arbeitgeber / Unternehmer

Praxisrelevanz

Nachweis bei Behörden-, BG- und internen Audits

Erläuterung

Gemäß § 12 BetrSichV sind Beschäftigte vor erstmaliger Verwendung eines Arbeitsmittels tätigkeitsbezogen zu unterweisen und danach mindestens einmal jährlich nachzuschulen. Für Plattformleitern mit erhöhtem Gefährdungspotenzial ist eine spezielle Unterweisung erforderlich, die über die allgemeine Arbeitsschutzunterweisung hinausgeht. Darin werden sichere Arbeitsverfahren beim Umgang mit der jeweiligen Plattformleiter, bekannte Unfallgefahren (etwa Absturz schon aus geringer Höhe oder Umkippen des Geräts) und alle Verhaltensregeln und Verbote ausführlich vermittelt. Solche Sonderunterweisungen finden auch anlassbezogen statt, zum Beispiel nach einem Unfall oder bei Einführung eines neuen Plattformleitertyps. Das unterzeichnete Unterweisungsprotokoll dokumentiert Zeitpunkt und Teilnehmer der Schulung und dient dem Arbeitgeber als Nachweis der Pflichterfüllung gegenüber Aufsichtsbehörden und Unfallversicherungsträgern (Berufsgenossenschaft) sowie im Haftungsfall.

Schutzkonzept für den Einsatz von Plattformleitern

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttyp

Schutzkonzept

Zweck & Geltungsbereich

Systematische Festlegung technischer, organisatorischer und personenbezogener Schutzmaßnahmen

Rechtsgrundlagen / Normen

TRBS 1111, TRBS 1115

Zentrale Inhalte

Einsatzgrenzen und -bedingungen
Auswahl geeigneter Plattformleitern
Prüf- und Wartungsorganisation
Qualifikation der Nutzer

Verantwortliche

Arbeitgeber

Praxisrelevanz

Zentrales Steuerungsinstrument für sicheren Betrieb

Erläuterung

Ein Schutzkonzept im Sinne der TRBS 1111 ist die Kombination aller technischen, organisatorischen und personenbezogenen Schutzmaßnahmen, die für den sicheren Einsatz eines Arbeitsmittels erforderlich sind. Auf Basis der Erkenntnisse der Gefährdungsbeurteilung legt das Schutzkonzept fest, unter welchen Bedingungen Plattformleitern benutzt werden dürfen und wo ggf. alternative Zugangsmittel (z.B. Gerüste oder Hubarbeitsbühnen) erforderlich sind. Es enthält konkrete Vorgaben zur Auswahl geeigneter Leitertypen für die jeweilige Arbeitshöhe und Aufgabe sowie Regelungen zur regelmäßigen Überprüfung (z.B. Sichtkontrollen vor jeder Nutzung, fachkundige Prüfungen in festgelegten Intervallen) und Wartung der Leitern. Zudem definiert es organisatorische Maßnahmen wie die Sicherung des Aufstellortes (eben, rutschfest, ggf. Absperrung bei Publikumsverkehr) und legt fest, dass nur unterwiesene und geeignete Personen (fachlich unterrichtet und körperlich geeignet) Plattformleitern benutzen dürfen. Durch dieses umfassende Schutzkonzept wird gewährleistet, dass Plattformleitern nur unter sicheren Bedingungen eingesetzt werden und das vorgeschriebene Schutzniveau nach BetrSichV eingehalten wird.

Unfall- und Schadensbericht bei Ereignissen mit Plattformleitern

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttyp

Unfall- und Schadensbericht

Zweck & Geltungsbereich

Dokumentation von Arbeitsunfällen, Beinaheunfällen oder Sachschäden

Rechtsgrundlagen / Normen

BetrSichV, TRBS 3151 (TRGS 751)

Zentrale Inhalte

Unfallhergang
beteiligte Arbeitsmittel
Verletzungen / Schäden
Sofort- und Folgemaßnahmen

Verantwortliche

Arbeitgeber / Unternehmer

Praxisrelevanz

Grundlage für Ursachenanalyse und Präventionsmaßnahmen

Erläuterung

Kommt es zu einem Arbeitsunfall oder Beinaheunfall im Zusammenhang mit einer Plattformleiter, so muss der Hergang lückenlos in einem Unfall- und Schadensbericht dokumentiert werden. Darin sind alle relevanten Fakten festzuhalten: Was ist passiert und wie (Unfallhergang), welches Arbeitsmittel (z.B. welcher Plattformleitertyp) war beteiligt, welche Verletzungen oder Sachschäden sind entstanden und welche Sofortmaßnahmen (Erste Hilfe, Bergung, Meldung) ergriffen wurden. Ebenso werden Folgemaßnahmen notiert, etwa welche Ursachenanalyse durchgeführt und welche Präventionsmaßnahmen eingeleitet wurden (z.B. technische Änderungen, zusätzliche Unterweisungen, Anpassung der Gefährdungsbeurteilung). Eine solche systematische Dokumentation ermöglicht es dem Unternehmen, aus dem Ereignis zu lernen und ähnliche Unfälle in Zukunft zu verhindern. Zudem dient der Bericht als formalisiertes Beweisdokument gegenüber Behörden und Unfallversicherung, das zeigt, dass der Arbeitgeber seinen Pflichten zur Unfalluntersuchung und Unfallverhütung nachkommt.

Herstellerunterlagen zur Vorbereitung der Gefährdungsbeurteilung

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttyp

Herstellerinformationen

Zweck & Geltungsbereich

Bereitstellung sicherheitsrelevanter Produktinformationen für die Gefährdungsbeurteilung

Rechtsgrundlagen / Normen

BetrSichV

Zentrale Inhalte

technische Daten
Einsatzgrenzen
Warn- und Sicherheitshinweise

Verantwortliche

Hersteller / Inverkehrbringer

Praxisrelevanz

Unverzichtbare Grundlage der Gefährdungsbeurteilung

Erläuterung

Herstellerunterlagen – insbesondere Gebrauchsanweisungen, Betriebsanleitungen und sicherheitstechnische Datenblätter – liefern die vom Hersteller vorgesehenen Informationen, wie ein Arbeitsmittel sicher verwendet werden soll. Bei Plattformleitern gehören dazu Angaben zur zulässigen maximalen Belastung (Tragfähigkeit), zu Aufstellungs- und Umgebungsbedingungen (z.B. nur auf festem, ebenem Untergrund verwenden; nicht bei starkem Wind im Außenbereich), Warnhinweise vor Fehlanwendungen sowie Hinweise zu Prüf- und Wartungsintervallen. Diese Originalunterlagen des Herstellers sind gemäß BetrSichV zwingend bei der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen, da sie die bestimmungsgemäße Verwendung und bereits vom Hersteller eingeplante Schutzmaßnahmen beschreiben. Der Arbeitgeber darf diese Dokumente weder abändern noch verkürzen, sondern muss sie im Wortlaut verfügbar machen, damit keine sicherheitsrelevanten Hinweise verloren gehen. Sie bilden die Grundlage dafür, dass die betrieblichen Anweisungen (z.B. Betriebsanweisungen für die Verwendung von Plattformleitern) korrekt und vollständig erstellt werden und die Nutzung der Leiter stets im Einklang mit den Herstellerempfehlungen und -warnungen erfolgt.

Vermerk über das Ergebnis der regelmäßigen Überprüfung der Gefährdungsbeurteilung

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttyp

Überprüfungsvermerk

Zweck & Geltungsbereich

Nachweis der turnusmäßigen Aktualitätsprüfung der Gefährdungsbeurteilung

Rechtsgrundlagen / Normen

BetrSichV

Zentrale Inhalte

Prüfdatum
Anlass der Überprüfung
Änderungen oder Bestätigung des Status quo

Verantwortliche

Arbeitgeber / Unternehmer

Praxisrelevanz

Audit- und haftungsrelevanter Nachweis

Erläuterung

Die Gefährdungsbeurteilung für ein Arbeitsmittel wie Plattformleitern ist kein statisches Dokument, sondern muss regelmäßig auf Aktualität überprüft werden. In dem Überprüfungsvermerk hält der Arbeitgeber fest, dass er die Beurteilung zu einem bestimmten Datum kritisch durchgesehen hat – entweder routinemäßig (z.B. jährlich) oder anlassbezogen, etwa nach einem Unfall, einer veränderten Nutzungssituation oder neuen Rechtsvorschriften. Der Vermerk dokumentiert den Anlass der Überprüfung (z.B. „jährliche Überprüfung“ oder „Überprüfung nach Vorfall am [Datum]“) und fasst das Ergebnis zusammen. Wenn sich Änderungen ergeben haben, wird beschrieben, welche Anpassungen an der Gefährdungsbeurteilung vorgenommen wurden (etwa zusätzliche Schutzmaßnahmen oder geänderte Einsatzbedingungen); falls keine Änderungen notwendig waren, wird dies ebenfalls vermerkt. Dieser Nachweis ist bei Audits und im Haftungsfall wichtig, da er zeigt, dass das Unternehmen seine Gefährdungsbeurteilungen laufend aktualisiert und an veränderte Gegebenheiten anpasst, wie es die BetrSichV fordert.

Verpflichtung von Lieferanten zur Einhaltung der Arbeitsschutzanforderungen

Aspekt

Beschreibung

Dokumenttyp

Verpflichtungserklärung

Zweck & Geltungsbereich

Sicherstellung, dass bereitgestellte Plattformleitern den Arbeitsschutzanforderungen entsprechen

Rechtsgrundlagen / Normen

DGUV Vorschrift 1

Zentrale Inhalte

Einhaltung gesetzlicher Vorgaben
Bereitstellung sicherer Arbeitsmittel
Haftungsregelungen

Verantwortliche

Auftraggeber / Betreiber

Praxisrelevanz

Absicherung bei Fremdfirmen- und Lieferanteneinsatz

Erläuterung

In der Zusammenarbeit mit Fremdfirmen und Lieferanten ist es entscheidend, Arbeitsschutzstandards lückenlos einzuhalten. Daher wird von Lieferanten, die Plattformleitern bereitstellen oder auf dem Betriebsgelände einsetzen, eine schriftliche Verpflichtungserklärung eingefordert. Darin versichern sie, dass alle einschlägigen Arbeitsschutzvorschriften eingehalten werden – insbesondere, dass die gelieferten oder eingesetzten Plattformleitern den gesetzlichen Sicherheitsanforderungen genügen (z.B. DIN EN 131-7 für Plattformleitern erfüllen, regelmäßig geprüft und mängelfrei sind) und dass ihre Beschäftigten im sicheren Umgang damit unterwiesen wurden. Die Erklärung regelt zudem die Haftung: Der Lieferant erkennt an, für die Sicherheit der von ihm bereitgestellten Arbeitsmittel mitverantwortlich zu sein und im Falle von Verstößen zu haften. Für den Betreiber (Auftraggeber) ist dieses Dokument ein wesentlicher Bestandteil des Fremdfirmenmanagements: Es schafft klare Verantwortlichkeiten, sensibilisiert den Lieferanten für hohe Sicherheitsstandards und schützt den Betreiber im Ernstfall vor dem Vorwurf der Organisationspflichtverletzung. Kurz: Die Verpflichtungserklärung hilft sicherzustellen, dass auch externe Geräte und Personen nahtlos in das betriebliche Sicherheitskonzept integriert sind.